4-Augen-Prinzip bei exact!

von Reinhild Möller

Texte, die komplexe Sachverhalte wiedergeben, sprachlich anspruchsvoll sind und veröffentlicht werden sollen, gehören zum Arbeitsalltag von exact!. Die Anforderungen unserer Auftraggeber sind entsprechend hoch. Daher spielt die Qualitätssicherung eine entscheidende Rolle.

exact! möchte seine Kunden begeistern. Unser Ziel ist es daher, eine konstant hohe Übersetzungsqualität zu gewährleisten. Eine wichtige Maßnahme zur Qualitätssicherung ist die Revision unserer Übersetzungen. 4-Augen-Prinzip bedeutet, dass nicht (nur) der Übersetzer selbst seine Übersetzung redigiert, sondern ein zweiter Übersetzer den Ausgangstext Satz für Satz mit dem Zieltext vergleicht. Der Übersetzer führt hierbei keine „Eigenrevision“ durch, allerdings darf der Revisor auch bei einer „ungeprüften“ Übersetzung bereits ein hohes Niveau erwarten.


Die Norm DIN EN ISO 17100 und Ihre Bedeutung für den Übersetzungsprozess

Die Norm DIN EN ISO 17100 für Übersetzungsdienstleistungen sieht im Rahmen des Übersetzungsprozesses die folgenden Schritte vor:

  • Übersetzung: Der Übersetzer übersetzt den Ausgangstext mit der gebotenen Sorgfalt unter Berücksichtigung aller kunden- und projektspezifischen Vorgaben. Er recherchiert Terminologie und unklare Stellen im Ausgangstext, formuliert ggf. Anfragen und Anmerkungen und erstellt eine stilistisch flüssige Übersetzung.
  • Kontrolle: Der Übersetzer überprüft seine Übersetzung selbst auf mögliche semantische, grammatische und orthografische Fehler sowie auf Auslassungen.
  • Revision: Das Ziel einer Fremdrevision ist die Fehlerreduzierung. Ein zweiter Übersetzer überprüft die Übersetzung daher im Vergleich mit dem Ausgangstext auf jegliche Fehler sowie auf Zweckentsprechung.

Die Revision durch einen zweiten Übersetzer ist ein Prozess, der ebenso wie die Übersetzung selbst sorgfältig geplant werden muss. Das 4-Augen-Prinzip bietet allen Beteiligten – Auftraggebern, Agenturen und Übersetzern – nur dann einen echten Mehrwert, wenn im Vorfeld wichtige Aspekte bedacht und geklärt werden.

 


Aspekte der Zusammenarbeit zwischen Übersetzer und Revisor

  • Klare Definition der Erwartungen an den Übersetzer und an den Revisor: Der Revisor benötigt klare Richtlinien, was zu prüfen ist (Rechtschreibung, Stil, Terminologie, Inhalt).
  • Netzwerkbildung zwischen Übersetzern und Revisoren: Wünschenswert ist, dass der externe Übersetzer auch bei Anforderung des 4-Augen-Prinzips eine fertige Übersetzung liefert, die bereits von einem zweiten Übersetzer redigiert wurde. exact! organisiert einen Revisor, wenn der externe Übersetzer über kein entsprechendes Netzwerk für die jeweilige Sprachkombination und das betreffende Fachgebiet verfügt.
  • Prozessgestaltung – Zuweisung des Arbeitsschritts Korrektureingabe: Eine Vorgehensweise, bei der der Übersetzer als letzte Instanz über die Annahme der Korrekturen des Revisors entscheidet, ist aus Zeitgründen oft nicht praktikabel. Effizienter ist es, wenn der Revisor die Korrekturen sofort in das TM-System eingibt. Der Übersetzer erhält die korrigierte Fassung seiner Übersetzung nur noch zur Information.
  • Kommentare des Übersetzers: Sowohl in SDL Trados Studio als auch in Across gibt es die Möglichkeit, im Zielsegment einen Kommentar einzufügen. Auf diese Weise kann der Übersetzer den Revisor z. B. über Recherchequellen oder Übersetzungsentscheidungen informieren.

Organisatorische Aspekte

  • Einschätzung des Zusatzaufwands im Projektmanagement: Im Rahmen der Projektkalkulation muss vorab potenzieller Zusatzaufwand für das Projektmanagement eingeschätzt werden (Suche nach Revisoren, erhöhter Kommunikationsaufwand, komplexere Abrechnung).
  • Terminierung der Arbeitsschritte Übersetzung und Revision: Ist eine chronologische Abfolge der Arbeitsschritte aufgrund enger Termine nicht möglich, kann der Projektmanager Teillieferungen des Übersetzers an den Revisor einplanen.
  • Preisgestaltung: Wenn exact! bei externer Auftragsvergabe einen Revisor organisiert, empfiehlt sich die Abrechnung über einen anteiligen Wort- oder Zeilenpreis. Eine Abrechnung nach Zeitaufwand ist in Ausnahmefällen denkbar.
  • Klärung der Haftungsfrage: Da der Revisor eine Übersetzung mit der Korrektureingabe freigibt, trägt er die Gesamtverantwortung für eine Übersetzung. Um für alle Beteiligten Rechtssicherheit zu gewährleisten, muss für jeden Auftrag, für den ein Kunde das 4-Augen-Prinzip anfordert, die Zieltextversion vor der Revision aufbewahrt werden.
  • Nachweis des 4-Augen-Prinzips: Organisiert ein externer Übersetzer selbst einen Revisor für seine Übersetzungen, teilt er exact! den Namen und die Qualifikation des betreffenden Revisors mit. Somit kann exact! jederzeit nachweisen, dass tatsächlich eine Fremdrevision erfolgt ist.

Technische Aspekte

  • Gewährleistung der Änderungsverfolgung: Es muss gewährleistet sein, dass der Übersetzer die Korrekturen und Kommentare des Revisors im TM-System nachvollziehen kann.
  • Vorgehensweise bei Updates und Deltaversionen: Wenn nur ein geringer Prozentsatz eines Ausgangstextes zu übersetzen ist, weil bereits die Übersetzung einer Vorversion vorliegt, müssen der Übersetzer und der Revisor Kontext- und 100-%-Matches erkennen können. Diese sind oft nicht mehr zu prüfen. SDL Trados Studio beispielsweise bietet die Möglichkeit einer Tabellenvorschau unter Angabe der Match-Werte.

 


exact! bietet das 4-Augen-Prinzip als Service an und berät seine Kunden gern.

Kontaktieren Sie uns heute noch, um mehr über unsere Konditionen zum 4-Augen-Prinzip bei Übersetzungen zu erfahren.