exact! spricht SAP

von Oliver Müller

SAP-System lokalisieren: Muss ich das überhaupt?

Wenn Sie ein SAP-System anschaffen und dieses global einsetzen möchten, sollten Sie sich frühzeitig über die Mehrsprachigkeit des Systems Gedanken machen. SAP liefert Systeme aktuell in rund 40 Sprachen aus. Das ist beachtlich. Allerdings ist damit die Frage der Mehrsprachigkeit noch nicht beantwortet. Zwar können Sie das Standardsystem mehr oder weniger „schlüsselfertig“ weltweit in mehreren Sprachen ausrollen – doch „Standard“ reicht selten aus. Sobald Sie Eigenentwicklungen, Erweiterungen, unternehmens- oder länderspezifische Inhalte hinzufügen, müssen Sie entscheiden, in welchen Sprachen diese verfügbar sein sollen. Teilweise ist auch gesetzlich vorgeschrieben, dass bestimmte Inhalte in der jeweiligen Landessprache vorliegen müssen, z. B. Lohnabrechnungen oder Geschäftsberichte, die auf Daten aus dem SAP-System beruhen. Dazu kommt: Die Benutzer des Systems arbeiten in der Regel effizienter und effektiver, wenn die für sie relevanten Teile vollständig in ihrer Muttersprache verfügbar sind.


Was soll übersetzt werden – das „Scoping“

Im nächsten Schritt definieren Sie dann genau, was in welche Sprachen übersetzt werden soll. Bei diesem Scoping entscheiden Sie, welche Inhalte bei der Übersetzung berücksichtigt werden, und erhalten dadurch schon einen ersten Überblick über das Übersetzungsvolumen, die Kosten und den Zeitaufwand. Für die weitere Planung des Übersetzungsprojekts gewinnen Sie hierbei wertvolle Informationen, die die nächsten Schritte und letzten Endes die gesamte Strategie beeinflussen – das Scoping ist also überaus wichtig.


Wer übersetzt wo – Ihre Übersetzer und die Übersetzungsumgebung

Nun haben Sie festgelegt, was übersetzt werden soll. Jetzt müssen Sie sich Gedanken darüber machen, wer die Inhalte in welcher Umgebung übersetzt.

SAP-Systeme verfügen in der Regel über eine eigene Übersetzungsumgebung – die Transaktion SE63. Einfach ausgedrückt: In dieser Umgebung lassen sich die übersetzungsrelevanten Texte statistisch auswerten, aufrufen, übersetzen und speichern. Die Übersetzungen werden in einem Übersetzungsspeicher abgelegt und können an anderen Stellen wiederverwendet werden. Die Übersetzer arbeiten dabei „online“ in Ihrem System. Im Grunde eine elegante Lösung, allerdings braucht jeder Übersetzer Zugang zu Ihrem System, und die Arbeitsweise in SE63 ist recht komplex, sodass die Übersetzer entsprechend geschult sein müssen.

Alternativ können auch „SAP-fremde“ Tools für die Übersetzung verwendet werden. Dabei werden die zu übersetzenden Inhalte aus Ihrem SAP-System exportiert und für die Bearbeitung in einem externen Tool aufbereitet. Die Übersetzer arbeiten in diesem Fall „offline“. Bei diesen externen Tools handelt es sich in der Regel um die in der Branche gängigen CAT-Systeme (Computer Aided Translation), z. B. SDL Trados Studio oder memoQ. In diesem Szenario müssen die Übersetzer nicht eigens geschult werden, dagegen ist der Aufwand für den Export und Import der Inhalte höher.

In beiden Fällen müssen die Übersetzer über Kenntnisse der SAP-Terminologie verfügen. Sie sollten sich also in jedem Fall an Spezialisten wenden!


Projektmanagement und Qualitätssicherung

Der Umfang Ihrer Übersetzung steht nun fest, und Sie haben sich für eine Übersetzungsumgebung entschieden. Nun gilt es, aus dem ermittelten Umfang einen Zeitplan für die Übersetzung abzuleiten und die Ressourcen entsprechend zu planen, damit die eigentliche Übersetzung beginnen kann. Dabei ist ein reger Austausch zwischen Ihren IT- und Fachabteilungen, dem Projektmanagement und den Übersetzern unerlässlich – z. B., damit Sie über den Projektfortschritt informiert sind und die Übersetzer Ansprechpartner bei Fragen haben.

Dies steigert auch die Qualität und vermeidet Inkonsistenzen und teure Nacharbeit. Qualitätssicherungsmaßnahmen sollten Sie jedoch trotzdem einplanen. Dazu zählen zum einen sprachliche Tests zur Beurteilung der Übersetzungsqualität und zum anderen technische Funktionstests (vor allem, wenn die Übersetzung offline angefertigt wurde).

Sobald Sie Ihr System auf diese Weise einmal „durchübersetzt“ haben, brauchen Sie einen Folgeprozess, der die Übersetzung von neuen oder aktualisierten Inhalten in Ihrem System regelt. Damit ist gewährleistet, dass alle wichtigen Inhalte immer zeitnah in allen relevanten Sprachen verfügbar sind.


SAP-Partner, die Experten an Ihrer Seite

Sie sehen: Die Übersetzung von Inhalten eines SAP-Systems ist eine komplexe Sache. Deshalb hat SAP vor einigen Jahren ein Partnerprogramm für Anbieter von Language Consultancy Services und Translation Services ins Leben gerufen. Nur Unternehmen mit nachgewiesener SAP-Expertise können hieran teilnehmen. exact! ist Translation Services Partner der ersten Stunde und damit bestens gerüstet, Sie durchgängig bei SAP-Übersetzungsprojekten zu unterstützen. In allen Projektphasen, von der Analyse des Übersetzungsbedarfs über das Scoping, die Vorbereitung der Übersetzungsumgebung, das Projektmanagement, die Übersetzung und die Qualitätssicherung bis hin zur Bearbeitung von Aktualisierungen stehen wir Ihnen mit unserer Expertise gern zur Verfügung.


Weitere Informationen zu unseren Leistungen im Bereich SAP-Übersetzung finden Sie hier.